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Die Geschichte von Pinsweiler

Pinsweiler, der kleinste Ortsteil der Gemeinde Namborn, liegt 335 m über N.N. Wegen der geringen Einwohnerzahl sind über die frühen Jahrhunderte nur spärliche Informationen vorhanden.
Die erste Erwähnung datiert wohl von 1335. Am 22. August dieses Jahres verkauften der Ritter Philipp von Weiskirchen und seine Frau Lucia unter anderem Pinsweiler an den
Erzbischof Balduin von Trier.
Der Name Pinsweiler wird mit dem Personennamen Panto in Verbindung gebracht. Urkundliche Erwähnung findet Pinsweiler im 14. Jahrhundert, noch 1344, als Pontzweiler, und 1355, als Pontweiler. Auch die Schreibweise Pünxweiler ist aus dem 16. Jahrhundert überliefert.

Der Ort bestand ursprünglich aus den Siedlungen Pinsweiler und Spixhelden. Beide sind 1580 als zum Hochgerichtsbezirk
St.Wendel gehörend erwähnt. 1609 gehört in der Urkunde über das Weisrum des Dorfes Heisterberg (20.05.1609) auch Hans Baur der alt zu Spixhelden zu den namentlich genannten Personen.
Spixhelden wurde 1677 im
Holländischen Krieg im Zuge großer Verwüstungen in unserer Region durch die Franzosen niedergebrannt und danach nicht wieder aufgebaut.

Für Pinsweiler selbst sind 1564 gerade mal 2 Häuser belegt. Eher unrühmlich ging der Ort dann 1615 in die Annalen ein. Vom Hochgerichtstag am 28.04.1615 ist das "Bekenntnis des Lamprecht Brassen zu Pintzweiler" überliefert. Wegen Einbruchdiebstahls (insgesamt 42 Verfehlungen) wurde er "zum Tode verurteilt und durch den Strang an dem Galgen vom Leben zum Tode befördert".

1672 (19/4) hatte Pinsweiler möglicherweise ebenfalls infolge Kriegseinwirkung "keine Einwohner mehr, vorher 5". Auch 1691 war Pinsweiler noch menschenleer. 1722 aber, bei Rückgabe unserer Region an Kurtrier, sind wieder 3 Familien in Pinsweiler belegt.

Ende des 18. Jahrhunderts gehörte unser Ort als Folge der Französischen Revolution zum sog. Saardepartement mit der Hauptstadt Trier. 1797 ist Pinsweiler erneut urkundlich als zum Gerichtssprengel St. Wendel gehörend genannt.

1806/1817 sind für Pinsweiler 39 Einwohner und 6 Häuser festgehalten. (Im Vergleich dazu gab es damals in Eisweiler 30 Einwohner und 5 Häuser).

Ende des 19. Jahrhunderts (4/2/1898) wurde unter Ortsvorsteher Finkler der Beschluß gefaßt, Pinsweiler zusammen mit Eisweiler vom Schulverband Furschweiler abzutrennen. Im folgenden resultierte hieraus der Bau einer gemeinsamen Schule in Eisweiler/Allerburg.

1914- 18 wurde auch Pinsweiler von den großen weltpolitischen Ereignissen erfaßt. 2 gefallene Soldaten zählte man nach dem 1. Weltkrieg. Zur Erinnerung wurden von den Familien Finkler und Simon ein Dorfkreuz und 2 Gedenksteine errichtet, die auch heute noch in Ortsmitte stehen. Politisch gehörte Pinsweiler damals, noch bis 1921, zum Amt St. Wendel, danach, bis 1952 zum Amt Namborn.

Bis 1935 war Pinsweiler als Folge des 1. Weltkrieges Grenzstation; als Zeugnis ist noch das ehemalige Zollhaus an der B41 vorhanden. Nach der
Saarabstimmung 1935 dann Rückkehr ins Deutsche Reich.

Im 2. Weltkrieg verzeichnete man 4 Gefallene bzw. Vermißte in unserem Ort. Danach blieb Pinsweiler unter französischer Verwaltung bis zum Saarreferendum 1955 mit anschließender Rückgliederung in die Bundesrepublik.

Ab 1952 gehörte Pinsweiler zum Amt
Oberkirchen-Namborn, mit eigenem Ortsbürgermeister. Dies blieb so bis zur Gebiets- und Verwaltungsreform 1973. Seit dem 1/1/1974 bildet der Ort zusammen mit Eisweiler einen Ortsteil der Gemeinde Namborn.

Die Einwohnerentwicklung ist in den letzten Jahrzehnten unverändert geblieben. Auf einer Fläche von 0,63 qkm lebten 1939 72,1946 71 und am 1/1/49 74 Einwohner.
Zur Zeit sind wieder 74 Einwohner verzeichnet.

Pfarrlich gehörte Pinsweiler lange Zeit zu St. Wendel. Durch Urkunde vom 04.05. 1792 des damaligen Erzbischofs von Trier,
Clemens Wenzeslaus, wurde unser Ort zusammen mit Eisweiler, Furschweiler, Heisterberg, Hofeld, Gehweiler,Reitscheid, Roschberg und Born (heute Bornerhof) abgetrennt und zur Pfarrei Furschweiler St Anna zusammengefaßt. Laut Errichmgsurkunde angegebene Gründe hierfür: die große Entfernung zu St. Wendel und die schlechten Wege, die eine Gefahr für Alte, Kranke und Neugeborene darstellten.
Insgesamt 1200 Einwohner gehörten damals zu der neu geschaffenen Pfarrei.

160 Jahre lang blieb Pinsweiler bei dieser Pfarrei. 1953 erst erfolgte die erneute Abtrennung. Bis 2011 gehört Pinsweiler zur Pfarrei Maria Himmelfahrt Namborn seitdem zur Pfarreiengemeinschaft Oberthal Namborn.

Nach der Abtrennung von Furschweiler wurde auch die Schaffung eines eigenen Friedhofs notwendig, nachdem 1956 das anteilige Eigentumsrecht am Friedhof in Furschweiler abgetreten wurde. Im folgenden wurde zusammen mit Eisweiler ein neuer Friedhof in Eisweiler - Herrenwald errichtet. 1958 erfolgte die grundbuchmäßige Eintragung des neuen Friedhofs im Verhältnis ein Viertel zu drei Viertel auf Pinsweiler und Eisweiler. Gleichzeitig wurde ein gemeinsames Ehrenmal für die Gefallenen und Vermißten beider Weltkriege errichtet.